Schlafstörungen: Symptome, Behandlung und Verlauf

Schlafstörungen: Symptome, Behandlung und VerlaufSchlafstörungen sind häufig – fast jeder leidet irgendwann einmal im Leben darunter. Die Ursachen für einen nicht-erholsamen Schlaf sind jedoch vielfältig. Manchmal hilft schon eine Umstellung der Lebensweise, um wieder eine gute Schlafqualität zu erzielen. In anderen Fällen ist eine ärztliche Abklärung wichtig, um zugrundeliegende Erkrankungen auszuschliessen oder rechtzeitig zu erkennen. Im Folgenden erläutern wir, welche Arten von Schlafstörungen es gibt und wie sich die Symptome erkennen und zuordnen lassen. Wir verraten ausserdem, wie sich die Schlafqualität verbessern lässt, und stellen die wichtigsten Behandlungsmethoden vor.

Was versteht man unter einer Schlafstörung?

Eine Schlafstörung oder Insomnie besteht dann, wenn das Ein- oder Durchschlafen über einen längeren Zeitraum nicht gelingt. In der Folge ist der Erholungswert des Schlafs gestört. Unterschieden wird zwischen akuten und chronischen Schlafstörungen. Die Symptome der beiden Ausprägungen sind gleich, entscheidend ist hier lediglich die Dauer. Bei Symptomen, die länger als 3 Monate anhalten, spricht man von chronischen Schlafstörungen.

Symptome, die über einen kürzeren Zeitraum auftreten, bezeichnet man als akute Schlafstörungen. Krankheitswerte besitzen dagegen alle Schlafprobleme, die das physische und psychische Wohlbefinden beeinträchtigen und zu einer deutlichen Leistungsminderung am Tag führen. Zudem bestehen sie über längere Zeit. Schlafstörungen sind übrigens alles andere als selten: Wissenschaftler gehen davon aus, dass ca. 50 % der Menschheit zumindest über eine Phase ihres Lebens die Kriterien einer chronischen Schlafstörung erfüllen.

So erkennen Sie die Symptome

Schlafstörungen kennzeichnen sich durch Schwierigkeiten, in einem angemessenen Zeitraum einzuschlafen und während der nächtlichen Erholungsphase nicht aufzuwachen. Sie treten vermehrt in Phasen privater oder beruflicher Belastung oder grossem Stress auf. Übermässiger Genuss von Alkohol, Tabak, Tee oder Kaffee kann dazu führen, dass man Schwierigkeiten beim Einschlafen hat.

Man wälzt sich dann stundenlang im Bett hin und her, findet aber keinen Schlaf. Wem das Einschlafen dennoch gelingt, der schläft oft unruhig und wacht mehrmals wieder auf. Morgens fühlt man sich dann nicht ausreichend erholt, müde und schlapp. Der Alltag kann so zu einer grossen Belastung werden, man fühlt sich vielen Aufgaben nicht mehr gewachsen.

Wer über längere Zeit keinen ausreichenden Schlaf bekommt, wird früher oder später auch dauerhafte Folgen des Schlafmangels bemerken. Sie äussern sich auf unterschiedliche Art und Weise. Stehen anfangs Müdigkeit und Konzentrationsmangel im Vordergrund, treten bei länger andauernden Schlafproblemen häufig weitere körperliche und psychische Symptome auf. Dazu zählen etwa:

  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisprobleme
  • Gereiztheit
  • starke Tagesmüdigkeit und das Gefühl dauerhafter Abgeschlagenheit
  • Nervosität, psychische Übererregung und Anspannung

Je länger Ein- und Durchschlafprobleme bestehen, desto belastender werden die Symptome erlebt. Zur anfänglichen Symptomatik kommen dann vermehrt auch physische Probleme wie erhöhter Blutdruck, Verspannungen oder Muskelschmerzen.

Welche Schlafstörungen gibt es, und wie lassen sie sich unterscheiden?

Welche Schlafstörungen gibt es, und wie lassen sie sich unterscheiden?Schlafstörung ist nicht gleich Schlafstörung – es existieren verschiedene Formen, für die unterschiedliche Ursachen infrage kommen. In der medizinischen Fachliteratur werden subjektiv empfundene und objektiv beobachtbare Abweichungen vom gesunden und erholsamen Schlaf unterteilt in:

  • primäre und
  • sekundäre Schlafstörungen.

Primäre Schlafstörungen sind jene, für die keine medizinische Ursache bekannt ist. Sie sind nicht durch eine bereits bestehende Erkrankung bedingt und lassen sich in folgende Arten unterteilen.

Dyssomnien

Sie bezeichnen die «klassischen» Ein- und Durchschlafprobleme sowie eine übermässig starke Schläfrigkeit und unterteilen sich weiter in:

  • Insomnien und Hyposomnien, die medizinischen Fachbegriffe für Schlaflosigkeit oder zu wenig Schlaf. Einschlaf- und Durchschlafprobleme können dabei kombiniert auftreten. Oft kommt auch ein morgendliches Früherwachen dazu. Sie zählen zu den häufigsten Schlafstörungen.
  • Hypersomnien, gekennzeichnet durch Tagesmüdigkeit und Schlafanfälle während des Tages, die u. a. durch nächtlichen Schlafmangel, Depressionen und auch weitere Umstände verursacht sein könnten.
  • Zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen. Dabei handelt es sich um eine Störung des normalen Schlafrhythmus, die besonders häufig bei Nacht- und Schichtarbeit vorkommt. Betroffen sind auch Langstrecken-Flugreisende, die Zeitzonen durchqueren. Dadurch entsteht der sogenannte Jetlag, der unseren natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus unterbricht. In der Folge fühlen wir uns am Tag schläfrig, können abends aber trotzdem nicht gut einschlafen.

Parasomnien

Unter Parasomnien versteht man Schlafstörungen, die als Begleitsymptom während des Schlafes auftreten und diesen stören. Dazu zählen etwa das Schlafwandeln («Somnambulismus»). Betroffene verlassen nachts ihr Bett und gehen alltäglichen Tätigkeiten nach. An diese können sie sich jedoch am Morgen danach nicht mehr erinnern. Schlafwandeln kommt in der Jugend weitaus häufiger vor als im Erwachsenenalter. Eine weitere Parasomnie ist der sogenannte Pavor nocturnus. Dabei kommt es im ersten Drittel der Nacht zu Angstattacken, die den Schläfer aufwecken.

An den Grund der Angst erinnert man sich nach dem Erwachen nicht mehr. Schliesslich zählen auch Albträume, die wohl schon jeder einmal erlebt hat, zu den Parasomnien. Dabei handelt es sich um ein sehr intensiv erlebtes, angstauslösendes Traumgeschehen, das meist erst im letzten Drittel des Schlafes auftritt. An die Inhalte von Albträumen kann man sich nach dem Erwachen gewöhnlich erinnern. Es dauert oft einige Zeit, bis man die dadurch ausgelöste Verunsicherung ablegt und erkennt, dass das Traumgeschehen nicht real war.

Schlafbezogene Atmungsstörungen

Schlafbezogene AtmungsstörungenZu den schlafbezogenen Atmungsstörungen zählen verschiedene Einschränkungen der physiologischen Atmungsfunktion, die nachts auftreten und sich negativ auf die Schlafqualität auswirken. Dabei kann es sich um eine anatomisch bedingte Verlegung der oberen Atemwege oder um eine zentral bedingte Schlafapnoe handeln. Bekanntestes und häufigstes Symptom ist das Schnarchen. Begleitend können auch Husten und Mundatmung sowie bei Kindern auch Konzentrationsschwierigkeiten und ein eingeschränktes Hörvermögen auftreten.

Schlafbezogene Bewegungsstörungen

Unwillkürliche Bewegungen im Schlaf können die Qualität des Schlafs ebenfalls beeinträchtigen. Dass wir uns im Schlaf bewegen, ist normal und auch sinnvoll. Nur so lässt sich verhindern, dass Körperteile zu lange vom Blutfluss abgeklemmt werden oder Druckstellen entstehen. Manche Schlafbewegungen haben aber keine physiologische Bedeutung, sondern behindern einen erholsamen Schlaf.

Dazu zählt zum Beispiel das Restless-Legs-Syndrom (RLS). Dabei kommt es vor allem nachts zu unwillkürlichem Zucken, Missempfindungen und Schmerzen in den Beinen. Das RLS ist relativ häufig. Man geht davon aus, dass zwischen drei und zehn Prozent der Bevölkerung davon betroffen sind. Sekundäre Schlafstörungen weisen im Gegensatz zu den beschriebenen primären Schlafstörungen eine klare medizinische Ursache auf.

Es besteht also bereits eine organische oder psychiatrische Erkrankung, die die Schlafprobleme verursacht. Die Abgrenzung ist dennoch nicht immer ganz eindeutig, da durch die Störung der Schlafqualität wiederum ein Teufelskreis entsteht. Die Folgewirkungen verursachen dann wieder neue Ein- und Durchschlafprobleme. Als Auslöser dafür kommen sowohl organische als auch psychische Erkrankungen infrage. Die psychische Gesundheit sollte bei der Erörterung möglicher Ursachen nie vergessen werden. Sehr häufig werden sie zum Beispiel durch Depressionen oder Angststörungen verursacht.

Ursachen und Verlauf

Ursachen und VerlaufNeben den erwähnten Ursachen Stress, Erkrankungen und psychische Belastungen gibt es zahlreiche Lebensstilfaktoren, die die Schlafqualität vermindern können. Wer zum Beispiel regelmässig grosse Mengen Kaffee, Tee oder Energy Drinks zu sich nimmt, gefährdet die eigene Schlafqualität. Empfindliche Menschen reagieren auch schon auf kleinere Mengen aufputschender Substanzen mit Ein- und Durchschlafschwierigkeiten.

Zu wenig Bewegung und eine unausgewogene Ernährungsweise tragen ebenso zu einer Minderung der Schlafqualität bei. Auch das beliebte Mittagsschläfchen mag entspannen, fördert aber nicht unbedingt die Nachtruhe. Und Sport ist zwar grundsätzlich gesund und einem guten Schlaf förderlich. Sie sollten aber darauf achten, sich nicht allzu kurz vor dem Zubettgehen extrem auszupowern.

Im Laufe des Lebenszyklus treten ausserdem Phasen auf, in denen der Schlaf grundsätzlich weniger erholsam sein kann. Dazu gehören etwa Schwangerschaft und Alter. Sollten diese Störungen nicht rechtzeitig durch eine Veränderung des Lebensstils oder eine passende medizinische Intervention behandelt werden, verschwinden meist nicht allein. Sie sind sich nicht sicher, was die Ursache für Ihre Schlafschwierigkeiten ist? Sanfte Mittel zur Schlafförderung helfen nicht? Dann sollten Sie eine Abklärung in einem Schlaflabor durchführen lassen.

Was Sie selbst dagegen tun können

Es gibt einige Tipps und Tricks, um schlaflose Nächte zu reduzieren, bevor ein allzu grosser Leidensdruck entsteht. Zuallererst sollten Sie Ihre Schlafgewohnheiten überprüfen. Denn für einen erholsamen Schlaf sollte man einige einfache Regeln der Schlafhygiene beachten, wie etwa folgende: 

  • Gehen Sie nach Möglichkeit immer zur selben Zeit zu Bett. Ihr Körper gewöhnt sich mit der Zeit an einen regelmässigen Schlafzeitpunkt, das Einschlafen wird erleichtert.
  • Verzichten Sie auf das Mittagsschläfchen, selbst wenn es schwerfällt. Sie schlafen dann abends mit Sicherheit leichter ein.
  • Essen Sie zwei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr.
  • Treiben Sie Sport und achten Sie auf eine nährstoffreiche, gesunde Ernährung. Zu viel Süsses und Fettes vor dem Zubettgehen mindert die Schlafqualität.
  • Verzichten Sie vor allem abends auf Nikotin, Kaffee, Tee und Alkohol.
  • Sorgen Sie für eine angenehme und ruhige Atmosphäre im Schlafzimmer. Ausreichendes Durchlüften, Heiztemperatur absenken und das Abdunkeln von Lichtquellen wirken förderlich für einen gesunden Schlaf. Vermeiden Sie darüber hinaus Lärm während der Nacht und generell im Alltag.
  • Schlafen Sie nur so lange, wie Ihr Körper für eine ausreichende Regeneration benötigt. Wer dauerhaft zu lange schläft, tut sich nichts Gutes. Zu viel Schlaf wirkt sich negativ auf das Regenerationspotenzial des Körpers aus.

Die Einnahme von schlaffördernden Substanzen sollte nur in Ausnahmefällen erfolgen. Wirksame Mittel haben meist ein gewisses Abhängigkeitspotenzial. Sie dürfen deshalb nur auf ärztliche Verschreibung und nur für einen kurzen Zeitraum eingenommen werden. Pflanzliche Arzneimittel, die frei erhältlich sind, zeigen dagegen häufig nur eine Placebowirkung.

Sie sind somit nur bedingt zur Behandlung von Schlafstörungen geeignet. Warme Bäder, Massagen oder Entspannungsübungen vor dem Schlafengehen können dagegen hilfreich sein. Erzielen eine Umstellung der Schlafgewohnheiten und andere empfohlene Massnahmen nicht den gewünschten Erfolg, ist eine Abklärung im Schlaflabor empfehlenswert.

Behandlung von Schlafstörungen: Womit wir Ihnen zur Seite stehen können

Behandlung von Schlafstörungen: Womit wir Ihnen zur Seite stehen könnenUm Schlafstörungen unklarer Ursache erfolgreich behandeln zu können, muss zunächst eine exakte Diagnose erstellt werden. Dabei ist ein Besuch im Schlaflabor hilfreich. Wie das funktioniert? Sie verbringen eine Nacht bei uns, in der wir Ihre Schlafparameter überwachen und aufzeichnen (Polysomnographie).

Wir erheben dabei unter anderem:

  • den Übergang vom Wach- zum Schlafzustand
  • den Leicht- und Tiefschlaf
  • die sogenannte REM-Phase (Rapid Eye Movement-Phase, Traumschlaf)

Die Erhebung eines EEGs (Elektroenzephalogramm) erfolgt über Klebeelektroden an Kopf und Kinn und ist vollkommen schmerzfrei. Ausserdem überwachen wir während der verschiedenen Schlafphasen folgende Aktivitäten:

  • Atmung
  • Muskelspannung und Beinbewegungen im Schlaf
  • Herzaktivität mittels EKG
  • Augenbewegungen 

Bei Patienten und Patientinnen, die unter Schlafapnoe leiden, werden die Atemwege mittels einer Atemmaske stabilisiert. Schliesslich erfassen wir noch die Sauerstoffsättigung des Blutes über einen Sensor am Ohrläppchen oder an einem Finger. Sind Sie neugierig geworden, wie wir Ihre Schlafqualität verbessern können, und möchten mehr über unsere Leistungen in diesem Bereich erfahren? Dann informieren Sie sich über das neue Zentrum für Schlafmedizin Zürcher Oberland, das GZO Spital Wetzikon. Alternativ stehen Ihnen auf unserem Youtube-Channel bereits hilfreiche Informationen zu dem Thema Schlafapnoe zur Verfügung. Direkte Terminvereinbarung gewünscht? Dann kontaktieren Sie uns am besten noch heute.